5. Science Slam Karlsruhe – Rückblick

Science Girls‘SLAM im Jubez: 100 Punkte für den Darm mit Charme

slam5aDie Frankfurter Medizinstudentin Giulia Enders ist die Siegerin des 5. Science Slam Karlsruhe. Ihr Vortrag über Bakterienkulturen im menschlichen Verdauungssystem entzückte das Publikum so sehr, dass es zehnmal die Höchstpunktzahl vergab. Mit cleverem Spiel aus Scham, Ironie und Fakten unterhielt Enders nicht nur das Publikum, sie schürte Begeisterung und Wissenslust. Denn laut Enders ist zwar bekannt, dass Darmbakterien großen Einfluss auf den gesamten Körper haben, allerdings ist ihr Zusammenspiel mit der menschlichen Psyche bisher nicht verstanden.

Zehn Minuten hatten die fünf Forscherinnen jeweils Zeit den 330 Zuschauern ihre Projekte zu präsentieren. So auch Christiane Licht der Universität Münster, die mit 92 Punkten den zweiten Platz belegt. Sie entwickelte eine neue Verschlüsselungsmethode basierend auf Musik. In ihrer Forschung ist dabei vorausgegangen, dass jeder Komponist eine bestimmte Häufigkeitsverteilung einzelner Noten verwendet. Dieser Art Fingerabdruck lässt sich zur Identifizierung unbekannter Kompositionen verwenden.

Großen Applaus ernteten die zwei Karlsruher Doktorandinnen: Eugenie Giesbrecht vom Forschungszentrum Informatik präsentierte ihre Arbeiten zur Computerlinguistik; Margeret Hall vom Karlsruhe Service Research Institute zeigte, was ein Angehöriger des Großforschungsbereich Karlsruhe braucht, um zufrieden gute Arbeit zu machen – egal ob Student oder Professor. Die Göttinger Sprachwissenschaftlerin Carola Coll hingegen befasste sich mit den britischen Bronte-Schwestern aus dem 19. Jahrhundert, die sich als Männer verkleideten, um ihre Literatur veröffentlichen zu dürfen.

„Bei allen Science Slams stellen Wissenschaftler die Mehrheit auf der Bühne. Das musste sich ändern!“, so Falko Brinkmann, Initiator des Science Slam Karlsruhe. „Aus diesem Grund entstand die Idee des Girls‘ Slams, eine Woche vor dem deutschlandweiten Girls‘ Day. Wir hoffen den Karlsruher Studentinnen und Forscherinnen Mut gemacht zu haben, in der Zukunft unsere Bühne zu nutzen. Denn was nutzen Abschluss- und Forschungsarbeiten, wenn niemand von ihnen erfährt?“, so Brinkmann weiter.

Der nächste Science Slam Karlsruhe findet am 27. November 2012 statt.

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